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25. März 2025
Cannabis vom Schwarzmarkt

Das Berliner Cannabis-Unternehmen "Sanity Group" untersuchte Cannabis vom Schwarzmarkt aus insgesamt 40 deutschen und europäischen Städten - die Ergebnisse geben Anlass zur Sorge.
Der Konsum von Cannabis ist unbestritten weit verbreitet und obwohl dieser seit dem 01.04.2024 in Deutschland legal ist - wenn auch unter strengen Auflagen - sind die Möglichkeiten, das Cannabis auch legal zu erwerben, nach wie vor relativ gering. Demnach dürfte es nicht verwunderlich sein, dass die Konsument:innen weiterhin dem Schwarzmarkt treu bleiben.
Modellprojekte in verschiedenen deutschen Städten wie Wiesbaden, Frankfurt oder Hannover wollen den legalen Cannabis-Verkauf testen - unterstützt wird das Vorhaben hierbei vom Berliner Cannabis-Unternehmen, das selbst vor allem Medizinalcannabis vertreibt.
Das Unternehmen hat im Vorhinein eine Studie in Auftrag gegeben, bei der 300 Proben sogenanntes „Straßencannabis“ aus 30 deutschen und 10 europäischen Städten genau untersucht wurde. Freiwillige wurden über Social Media-Kanäle dazu aufgerufen, ihr Cannabis vom Schwarzmarkt einzusenden - hierfür gab es ein versiegeltes Testkit.
Die Ergebnisse der Analyse sind erschreckend. Mehr als zwei Drittel der Proben enthielten toxische Pestizide, die teilweise in der EU sogar verboten sind, sowie Spuren von menschlichen Fäkalien, Bakterien und Viren. Circa 30 % der Proben waren mit Haarspray gestreckt. Außerdem zeigten 47% Spuren von anderen Drogen, wie Kokain, Ketamin, Methamphetamin, sowie MDMA. Diese Verunreinigungen sind am ehesten auf einen sehr unsauberen Verpackungsprozess zurückzuführen.
Nur jede 5. Probe war "sauber". Das Ergebnis sollte also ein deutlicher Weckruf sein.
Dass Cannabis vom Schwarzmarkt oft verunreinigt und auch gesundheitsschädlich sein kann, ist allgemein bekannt. Doch solch schockierende Zahlen hatte man nicht erwartet, sagt die Geschäftsführung der Sanity Group.
Ein kontrollierter Zugang zu vor allem sicheren Cannabis, muss herausgearbeitet werden - das zeigt diese Analyse ganz deutlich. Denn die legalisierten Möglichkeiten, die es momentan gibt, decken lange nicht den Bedarf, der da ist. So wären z.B. Modellregionen, in denen der Verkauf von Cannabis über Fachgeschäfte, mit entsprechender Lizenz, wissenschaftlich begleitet wird, nicht nur wünschenswert, sondern auch dringlich angeraten.