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7. Februar 2025

Cannabissucht - Wer und was hilft beim Aufhören?


Cannabis ist die am häufigsten konsumierte Droge; sie kann, trotz Legalität, abhängig machen. Aber, wie kommt es überhaupt dazu?

Die Abhängigkeitsentwicklung ist bei allen psychoaktiven Substanzen ähnlich: Es handelt sich immer um ein psycho-soziales Bedingungsgefüge. Cannabis kann stark psychisch abhängig machen, vor allem, wenn es zur Bewältigung von Stress, Unsicherheit und Angst konsumiert wird; denn diese unangenehmen Gefühle werden durch die entspannende Wirkung des Cannabis gut, aber nur kurzfristig, reduziert. So lernt das Gehirn, dass es diesen Konsum unbedingt braucht, um mit Stress und Problemen umgehen zu können. Im Gehirn wirkt Cannabis vor allem durch die psychoaktive Substanz THC. Es bindet u.a. an die Cannabinoid-Rezeptoren und beeinflusst die Freisetzung von Neurotransmittern, v.a. Dopamin. Dopamin ist eng mit unserem Belohnungssystem verbunden. Des Weiteren spielt eine familiäre Prädisposition ebenfalls eine Rolle, eine Suchterkrankung zu entwickeln. Aber auch das Umfeld, in dem ein Mensch aufwächst, beeinflusst, ob man in eine Abhängigkeit gerät; je früher man mit dem Konsum konfrontiert wird und selbst konsumiert, umso höher steigt das Risiko.

Mögliche Anzeichen einer Abhängigkeit

Mindestens 3 der im Folgenden beschriebene Verhaltensweisen, müssen Außenstehende beobachten können, dass man von einer Abhängigkeit spricht:

1. Starker Drang zu konsumieren, dem man nur schwer widerstehen kann

2. die Mengen, die konsumiert werden, werden immer größer, um die gewünschte Wirkung zu erreichen

3. Bei Konsumstopp entstehen Entzugserscheinungen wie Unruhe, Reizbarkeit, Schlaflosigkeit

4. Auch, wenn der/die Betroffene reduzieren oder aufhören möchte, schafft er/sie es nicht

5. Das komplette Leben wird auf den Konsum und die anschließenden Erholungsphasen ausgerichtet; andere wichtige Lebensbereiche werden vernachlässigt

6. Trotz schon spürbarer negativer Folgen, wird der Konsum weitergeführt

Wie funktioniert der Entzug?

Bei Cannabisabhängigkeit wirken andere Mechanismen als z.B. bei einer Alkohol- oder Opiatabhängigkeit. In der Regel ist ein Cannabisentzug klinisch unproblematisch; er dauert mehrere Tage und kann von moderat bis schwer reichen. Da Cannabis heutzutage höher konzentriert ist und v.a. synthetische Cannabinoide viel stärker wirken, sind auch die Entzugserscheinungen oftmals stärker. Manch Betroffene lassen sich deshalb in einer Klinik behandeln.

Worauf kommt es an?

Man sollte sich als Betroffener zunächst einmal darüber im Klaren sein, wieso man aufhören möchte; aber auch wissen, wann, also in welchen Situationen und wieso man überhaupt konsumiert. Was gibt einem der Konsum? Wichtig ist es, den Effekt, den man mit Cannabis erzielen möchte, ebenfalls durch alternatives Verhalten zu erreichen. Das kann z.B. Sport oder Meditation sein. Es ist empfehlenswert, sich einen genauen Ziel-Tag zu setzen, bis zu dem der Cannabis-Konsum wirklich eingestellt wird; so kann man sich darauf vorbereiten; bspw. alle Utensilien wegwerfen und die alternativen Verhaltensweisen bis dahin fest etablieren.

Außerdem sollte man sich Strategien zurechtlegen, um mit eventuell aufkommenden Entziehungsbeschwerden zurecht zu kommen. Das soziale Umfeld spielt ebenso eine Rolle, erfolgreich seine Sucht zu überwinden, aber gleichzeitig kann es auch hinderlich sein. Kontakte, die selbst konsumieren, sollte man in jedem Fall meiden; denn das Rückfallrisiko steigt deutlich.

Experten meinen, dass es generell möglich ist, eine Cannabisabhängigkeit auch allein, ohne professionelle Hilfe, zu überwinden. Der Erfolg hängt allerdings stark von individuellen Faktoren, wie Dauer des Konsums, Schwere der Abhängigkeit und den vorhandenen personellen und soziale Ressourcen, ab. Scheitern die Selbstversuche mit dem Cannabiskonsum aufzuhören, brauchen Betroffene doch professionelle Hilfe zur Überwindung ihrer Sucht; meistens in Form einer Psychotherapie. Diese kann eine essenzielle Hilfe dabei sein, die jeweils richtigen und effektiven Strategien zu finden, um den Konsumdruck umgehen zu können und bei sozialen Herausforderungen zu unterstützen. Wichtig ist zu erwähnen, dass niemand eine Sucht allein überstehen muss. Oftmals können auch Familie, Partner oder Freunde eine große Unterstützung sein. Außerdem haben wir hier in Deutschland ein gut aufgestelltes Suchthilfesystem; es gibt zahlreiche Angebote und Hilfe für Suchterkrankte. Ein Suchtproblem ist nichts, wofür man sich schämen müsste. Wichtig ist, sich Hilfe zu suchen und sie auch anzunehmen.

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